| Kommunizieren wir in zwischenmenschlichen
Beziehungen miteinander, tun wir das nicht nur
mit Worten. Ein Großteil der Botschaften
wird – zum Teil bewusst, aber zu einem sehr
großen Teil auch unbewusst – über
Körpersprache/nonverbale Kommunikation vermittelt.
Die ausgesendeten Signale wiederum werden von
unserem Gegenüber ebenso zum Teil bewusst
aber auch zu einem großen Teil unbewusst
wahrgenommen. |
|
 |
Über bestimmte
nonverbale Signale herrscht Einigkeit und Klarheit
was sie bedeuten. So wird in unserem Kulturkreis ein
Kopfnicken von den meisten Menschen als ein zustimmendes,
bejahendes Signal erkannt. Ein Kopfschütteln
wiederum wird als „nein“ oder nichtzustimmend
angesehen. Andere Signale wiederum können nicht
so leicht richtig interpretiert werden, zumindest
nicht ganz eindeutig. Oder die Signale werden eben
nur unbewusst aufgenommen und auch unbewusst interpretiert.
Neben nonverbalen Signalen die unbewusst verwendet
werden, gibt es auch solche, die ganz bewusst zu einem
bestimmten Zweck eingesetzt werden und innerhalb eines
Kulturbereichs auch allgemein als anerkannt gelten.
Dazu gehören zum Beispiel Gesten, die bei uns
zu den guten Umgangsformen gehören, wie z.B.
jemandem bei der Begrüßung die Hand reichen.
Gute Manieren könnte man somit also als spezielle
Form der nonverbalen Kommunikation betrachten.
Diese spezielle Form werden wir hier etwas näher
beleuchten. Dabei werden wir vor allem darauf eingehen,
wie sich nonverbale Signale, die zum „guten
Ton“ gehören, im Laufe der Jahrzehnte geändert
haben und welchen Stellenwert sie heute haben. Außerdem
möchten wir den Stellenwert von nonverbaler Kommunikation
im Allgemeinen im Kommunikationsprozess beleuchten.
Im Hinblick darauf haben wir folgende Forschungsfrage
formuliert, die wir im Rahmen dieser Arbeit beantworten
möchten:
Forschungsfrage
Wie haben sich „Gute Manieren“ bzw. „Gute
Umgangsformen“ im Laufe der Zeit verändert?
Hypothese
Weil die Gesellschaft toleranter und liberaler geworden
ist, sind viele konservative Umgangsformen aus früheren
Zeiten heute nicht mehr von Bedeutung bzw. werden
lockerer gehandhabt.
Um diese Frage zu beantworten werden wir im ersten
Teil der Arbeit beleuchten, was nonverbale Kommunikation
genau ist und die wichtigsten Begriffe definieren.
Was gehört alles zu nonverbalen Signalen, wo
haben diese ihren Ursprung und welchen Stellenwert
haben sie im Kommunikationsprozess. Davon ausgehend
werden wir im nächsten Schritt gute Manieren
definieren und den Zusammenhang mit nonverbaler Kommunikation
feststellen. Auch hier werden die wichtigsten Definitionen
und Begriffe geklärt.
Im nächsten Teil der Arbeit werden wir einen
Vergleich zwischen Guten Manieren der heutigen Zeit
und den Ansichten der 50er des 20. Jahrhunderts mit
Hilfe von spezifischer Literatur aus diesen zwei Zeitepochen
ziehen. Dabei sollen die wichtigsten Neuerungen und
Änderungen herausgearbeitet werden. Außerdem
soll auch festgestellt werden, was damals wie heute
von Bedeutung ist.
Die beiden vorigen Teile sollen außerdem durch
Informationen aus einem Experteninterview mit Herrn
Thomas Schäfer-Elmayer, welches am 12.07.2006
geführt wurde, ergänzt werden.
Abschließend werden wir die Ergebnisse zusammenfassen
und in Hinblick auf unsere am Anfang gestellten Forschungsfrage
und Hypothesen analysieren.
[Nonverbale
Kommunikation - Begriffsdefinitionen >>]
|